Interaktives Whiteboard statt Schiefertafel

Lehrer schwärmt von der medialen Ausstattung an der Sebastian-Kneipp-Grundschule

Außenansicht der Sebastian-Kneipp-Grundschule in Eilenburg-Ost.
Außenansicht der Sebastian-Kneipp-Grundschule in Eilenburg-Ost.

Während es vielen Schulen an digitalen Geräten mangelt, gehören interaktive Whiteboards und Computer an der Sebastian-Kneipp-Grundschule in Eilenburg längst zum Unterrichtsalltag. Zu verdanken ist das vor allem der guten, kooperativen Zusammenarbeit zwischen Schule und Stadtverwaltung, findet Marko Weiß. Der 35-Jährige ist Lehrer für Deutsch, Mathe, Musik und Sachunterricht an der kommunalen Bildungsstätte. Er betont: „Bildung scheint für die Stadt ein sehr wichtiges Thema  zu sein. Auf jeden Fall eines, bei dem sie mitzieht, bei dem man sieht, dass etwas passiert. Ohne ihre finanzielle Hilfe und den bedachten Umgang damit durch die Schulleitung hätten wir nicht diese tolle Medienausstattung.“

Am Whiteboard: Marko Weiß nutzt das Lehrmittel unter anderem für tägliche Mathe-Aufgaben.
Am Whiteboard: Marko Weiß nutzt das Lehrmittel unter anderem für tägliche Mathe-Aufgaben.

Feuer und Flamme sind die rund 160 Schüler an der zweizügigen Lehranstalt für die schuleigenen interaktiven Whiteboards. „Die Kinder reißen sich regelrecht darum“, erzählt Marko Weiß mit einem Lächeln. Das Lehrmittel sei fester Bestandteil im Unterricht. Die Vorteile gegenüber einer herkömmlichen Tafel: Der Lehrer könne differenzierter und effizienter arbeiten, vor allem sei es viel besser möglich, auf die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Kinder einzugehen. „Ich kann jeden Schüler dort abholen, wo er steht.“ Das sei nicht zuletzt deshalb wichtig, um ihre Motivation für das Lernen zu stärken. Hier zahle sich das Engagement der Stadt direkt aus.

Als Pädagogischer IT-Koordinator (PITKo) wirkt Marko Weiß auch unterstützend an der Schnittstelle von Unterricht und Medientechnik. So bietet er zum Beispiel seinen Kollegen Fortbildungen zu Computer-Programmen wie den „Worksheet Crafter“ an. Oder schlüpft in die Rolle des Technikers, wenn es darum geht, leichte Reparaturmaßnahmen wie den Austausch einer defekten Beamer-Lampe vorzunehmen. Darüber hinaus entwickelt er zurzeit im Zuge des Digitalpaktes zusammen mit seinen Kollegen sowie der Stadt ein neues Medienkonzept für seine Schule. Denn auch in Zukunft sollen die Schülerinnen und Schüler der Stadt Eilenburg an das Potential der neuen Medien herangeführt werden.

PC, Geländemodell, Tierpräparat: Marko Weiß freut sich über die Fülle an Unterrichtsmaterialien an der Sebastian-Kneipp-Grundschule.
PC, Geländemodell, Tierpräparat: Marko Weiß freut sich über die Fülle an Unterrichtsmaterialien an der Sebastian-Kneipp-Grundschule.

An der Sebastian-Kneipp-Grundschule ist der Sachse seit Sommer 2018 regulär als Lehrer tätig. Zuvor hatte er hier anderthalb Jahre lang sein Referendariat absolviert. Dafür hätte er auch nach Cottbus gehen können, die Zusage aus der Spree-Stadt lag bereits vor. Doch der junge Mann, der gebürtig aus dem Erzgebirge stammt und seit Januar 2019 vertretungsweise eine 2. Klasse leitet, entschied sich für Eilenburg und die Grundschule Sebastian Kneipp (damals noch Grundschule Eilenburg-Ost). Weil die ersten Eindrücke überaus positiv waren, ebenso wie die Gespräche mit der Schulleitung. Und weil er an der Lehranstalt eben auf eine moderne Unterrichtstechnik zurückgreifen kann.

Soll demnächst modernisiert und aufgestockt werden: das schuleigene Computerkabinett.
Soll demnächst modernisiert und aufgestockt werden: das schuleigene Computerkabinett.

Neben den interaktiven Whiteboards für die zweiten bis vierten Klassen sind in jedem Klassenraum zwei PCs vorhanden. Weitere Rechner befinden sich im hauseigenen Computerkabinett. Doch auch abseits digitaler Pfade kann sich die Ausstattung der Grundschule sehen lassen. Steckwürfel, Kantenmodelle, Lernspiele wie Logico und Kugeli, Geländemodelle und Tierpräparate sind nur einige der Materialien, die Marko Weiß verwenden kann. „Als ich das erste Mal in unseren Materialraum geschaut hatte, dachte ich nur: Wow!“

Auch deshalb nimmt der Pädagoge gerne einen längeren Arbeitsweg in Kauf. Seit über zehn Jahren wohnt er im Leipziger Osten. Mit der S-Bahn braucht er etwas mehr als eine Stunde bis zur Schule – „immer noch eine vertretbare Zeit“, sagt er. Manchmal nutzt er das Motorrad. Dann geht es schneller. Neben ihm pendeln noch drei weitere Kollegen von der Pleiße an die Mulde. Knapp die Hälfe des Lehrerkollegiums sind damit Leipziger.

Im Schulgarten lernen die Kinder den Umgang mit ursprünglicher Natur und sehen bewusst, was wann wächst.
Im Schulgarten lernen die Kinder den Umgang mit ursprünglicher Natur und sehen bewusst, was wann wächst.

Am Bildungsangebot in der Lieblingsstadt gefällt Marko Weiß die enge Verzahnung der Einrichtungen untereinander. Demnach besuchen nicht nur die Vorschulklassen aus der gleichnamigen Bummi-Kita die Sebastian-Kneipp-Grundschule. Auch Fünftklässler aus weiterführenden Schulen kämen vorbei, um von ihrem Schulalltag zu berichten. Regelmäßig zu Gast seien darüber hinaus die Mitarbeiterinnen der Stadtbibliothek. Diese ermöglichen den Kindern eine gezielte Buchausleihe direkt an der Schule.

Und die Namensänderung Ende November 2018 in Grundschule Sebastian Kneipp? „Die war goldrichtig“, meint Marko Weiß. Nun könne der Leitgedanke „Gesundheit und Bewegung“ noch stärker in den Fokus rücken – nicht nur im Fachunterricht, sondern auch in Arbeitsgemeinschaften und Förderkursen. „Zusammen mit dem angrenzenden Hort und der Kita Bummi-Kneipp bilden wir nun ein Kneipp’sches  Dreigespann im Osten von Eilenburg.“

Martin-Rinckart-Gymnasium

Friedrich-Tschanter-Oberschule