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Ralf Scheler zum Kampagnenstart

OBM Ralf Scheler
OBM Ralf Scheler

Eilenburgs neue Wohnstandortkampagne ist gestartet. Oberbürgermeister Ralf Scheler erklärt im Interview Hintergründe, Ziele sowie Details, warum Eilenburg Ihre neue Lieblingsstadt werden kann.

Herr Scheler, Eilenburg hat das Ziel, neue Einwohner zu gewinnen. Warum ist das Thema für die Stadt so wichtig?

Wir haben in den 90ern wie die meisten ostdeutschen Städte viele Einwohner verloren. Jetzt beobachten wir in Dresden und vor allem in Leipzig ein unheimliches Einwohnerwachstum. Die Folge sind erste Verknappungen von Wohnraum. Von diesem Wachstum müssen wir unbedingt profitieren.

Wie will Eilenburg neue Einwohner gewinnen?

In den meisten Bereichen sind wir mindestens genauso gut, wenn nicht noch besser aufgestellt, als Leipzig. Durch sein vieles Grün kann man als Einwohner Eilenburg zusätzlich besonders gut genießen. Unsere sehr gute Infrastruktur, die umfangreiche Vereinslandschaft sowie die abwechslungsreichen Freizeitgestaltungen sind beste Voraussetzungen, um neue Einwohner anzuziehen.

Im Fokus der Kampagne stehen junge Familien. Was wird für sie in Eilenburg getan?

Im Gegensatz zu mancher benachbarten Großstadt verfügt Eilenburg über ausreichend Kita- und Schulplätze. Gerade bauen wir einen neuen Hort, der wiederum in der angrenzenden Kita freie Kapazitäten schafft. An unserem modernen Gymnasium lernen 650 Schüler unter sehr guten Bedingungen und mit einem qualifizierten Lehrkörper. Unsere Oberschule ist mit 550 Schülern modern und zukunftsfähig aufgestellt. Für die Grundschulen aller Stadtteile haben wir einen einheitlichen Schulbezirk festgelegt. Neben mehr Flexibilität der örtlichen Beschulung garantieren wir so jedem Grundschulkind einen Hortplatz. Das ist toll.

Für eine Stadt wie Eilenburg ist auch die Wirtschaftsentwicklung entscheidend. Wie steht Eilenburg hier da?

Wir haben glücklicherweise zunehmend Nachfragen nach unseren Gewerbeflächen. Eines der führenden deutschen eCommerce-Unternehmen im Bereich Outlet-Sportkleidung und -ausrüstung hat sich auf dem Schanzberg angesiedelt und schafft dort ca. 40 neue Arbeitsplätze. Außerdem investiert die Kommunal-, Land und Gartentechnik Friedrich ebenfalls im Gewerbegebiet Am Schanzberg. EDEKA plant aktuell auf dem Gelände des ehemaligen ECW-Kraftwerks die Errichtung eines Lebensmittel-Vollsortimenters sowie einen Baumarkt mit Gartencenter. Auch Bosch Car Service siedelt im Gewerbegebiet am ECW Wasserturm eine Selbstbedienungs-Waschanlage an. Positiv überraschte uns auch der Trinkwasserversorgungsverband Eilenburg-Wurzen, der seine Standorte künftig in Eilenburg im gleichen Gebiet zentralisiert. Besonders erfreut bin ich, dass auch die ortsansässigen Unternehmen in deren Standort in Eilenburg investieren und deren Geschäftsfeld, Produktions- und Ausstellungsflächen erweitern. Ich bin bereits mit vielen Eilenburger Firmen ins Gespräch gekommen, die Kampagne und unser Vorhaben auch tatkräftig unterstützen.

Sollte Ihr Ziel gelingen und es wollen wieder mehr Menschen nach Eilenburg ziehen. Wie viele müssten das sein?

Wenn wir drei- bis fünftausend Neu-Eilenburger gewinnen könnten, wären die Verluste aus den 90ern nahezu ausgeglichen.

Haben Sie für so viele Menschen ausreichend freie Flächen?

Eilenburg hat in allen Himmelsrichtungen ausreichend Raum für Entwicklungsflächen sowohl im Mehrgeschoßwohnungsbau als auch im Individualbau: Im Westen im Stadtteil Berg in der Weinbergstraße, Straße der Jugend und im Wohngebiet Leipziger Höhe, im Osten am Grünen Fink, im Norden in der Stadtmitte am Jakobsplatz und im Zentrum Süd beispielsweise in dem Areal in der Rollenstraße.

Was hindert Sie, diese Areale zu bebauen?

Nichts hindert uns, nur Unterlassung der Nutzung dieser Möglichkeiten wäre fatal und verantwortungslos. Das Werben um Investoren, die hier die Erschließung für Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften oder die Errichtung von Wohnungen entwickeln und bauen und die Einzelvermarktung von Lücken und attraktiven Grundstücken ist unsere Hauptaufgabe. Die Planung für das Baurecht in diesen Gebieten liegt in unseren Händen und wird von meinen Mitarbeitern im Bereich Stadtentwicklung fokussiert vorangetrieben.

In welchem Rahmen bewegen sich hier die Grundstückspreise?

Der Preis für unsere Grundstücke ist abhängig von der Lage und den dort befindlichen Bedingungen. Unsere Preisspanne bewegt sich für Eigenheimgrundstücke beispielsweise zwischen 50 Euro und 100 Euro pro Quadratmeter. In Leipzig zahlt man häufig mehr als das Doppelte oder gar ein Mehrfaches.

Gibt es etwas, das Ihnen an Eilenburg noch fehlt?

Wir sind mit allem gut ausgestattet. Das Engagement und die Visionen und Ideen der Eilenburger tragen dazu bei, dass das, was fehlt, geschaffen wird. So sind zum Beispiel zahlreiche Eilenburger in unseren 120 Vereinen aktiv. Sie heben die Lebensqualität unserer Stadt enorm an.

Welche Highlights hat Eilenburg darüber hinaus noch zu bieten?

Touristisch ist beispielsweise der Kiessee mit seiner Wasser-Ski-Anlage und dem Freizeit- und Erholungszentrum sehr interessant. Ich bin selbst schon dort gefahren und hatte großen Spaß dabei. Vom Badestrand, Beachplätzen, Kinderspielplätzen sowie Bootsanlegern über Campingplätze wird dort einiges zum Erholen geboten. Und natürlich verfügt Eilenburg über die berühmte Ski-Sprungschanze, von der bereits über 50 Skispringer ins Trainingszentrum nach Oberwiesenthal gingen.

Tierpark, Schwimmhalle, Museum und ein tolles Bürgerhaus bereichern unser Gesamtpaket.

Am 1. August sind Sie ein Jahr Oberbürgermeister von Eilenburg. Was ist Ihr Fazit der ersten 12 Monate?

Die Vielfältigkeit der Aufgaben einer Stadtverwaltung unserer Kleinstadt hat mich positiv überrascht. Wir haben eine gute Mannschaft und die Ratsarbeit funktioniert sachlich – damit sind die Weichen für die Zukunft gestellt. Erfolge konnten wir schon durch mehrere Neuansiedlungen in unseren Gewerbegebieten verbuchen.

Eine robuste, wachstumsfähige Wirtschaft, Erhaltung und Ausbau der Infrastruktur führen in Summe zu Einwohnergewinnung. Das ist ein Dauerauftrag.