Spielend Demokratie erlernen

Die „Kinderstadt“ Eilenburg entwickelt sich zur festen Instanz

Im "Kinder Paradies" haben die jungen Teilnehmer das Sagen.
Im "Kinder Paradies" haben die jungen Teilnehmer das Sagen.

Selbstständigkeit lernen, eigene Entscheidungen treffen, in Teamarbeit etwas erschaffen, auf das man stolz sein kann. Und das ganz ohne Einmischung der Eltern. Das Projekt „Kinderstadt“ in Eilenburg machte das jetzt schon das dritte Jahr in Folge möglich. In diesem Jahr hatten sich die jungen Teilnehmer für den Namen „Kinder-Paradies“ entschieden. Initiator der Veranstaltung war wie immer der Kinder- und Jugendtreff JuST im Stadtteil Ost. Vom 26. Juni bis 1. Juli 2017 wurde dort die Kinderstadt aufgebaut.

Sechs Tage lang konnten die rund 40 Teilnehmer zwischen 8 und 12 Jahren ihr Leben in der Anlage selbst bestimmen. Sechs Pädagogen und Teamer standen ihnen als Ansprechpartner und Betreuer zur Seite. „Ziel des Projektes ist es jedes Mal, die Kinder ihre eigene Demokratie leben zu lassen, aber sie auch gleichzeitig erfahren zu lassen, wie wichtig Regeln und Rituale sind“, erklärt Sven Wildberger, Projektleiter der Kinderstadt.

Liedprobe mit Brainradio „An Tagen wie diesen“
Liedprobe mit Brainradio „An Tagen wie diesen“

Jeden Morgen um 9 Uhr begann der Tag mit einer gemeinsamen Besprechung im großen Zelt. Danach wurden Arbeitsgruppen gebildet. Dabei konnte jeder seinen Interessen nachgehen. Wer handwerklich tätig sein wollte, schraubte, sägte oder baute. Beim Tanzen, Basteln und Fotografieren konnte man sich kreativ austoben. Erstmals gab es in diesem Jahr auch ein Kinder-Presseteam, welches alle Ereignisse im „Kinder-Paradies“ begleitete und dokumentierte. Sven Wildberger betont, dass die Kinder in ihrer Stadt nicht das Leben der Erwachsenen nachspielen, sondern eigene Institutionen, Lösungen und Regeln im Zusammenleben entwickeln. „Die Kinder haben eine Aufgabe und das motiviert sie“, so der Sozialpädagoge. Jeder Projekttag in der Kinderstadtendete gegen 16.30 Uhr – auch wieder mit einer gemeinsamen Zusammenkunft.

Seifenblasen zum Kinderstadtfest
Seifenblasen zum Kinderstadtfest

Die Eltern hatten zur Kinderstadt unter der Woche nur mit ausdrücklicher Erlaubnis Zutritt. Am letzten Tag, dem 1. Juli, durften sie an der Abschlussveranstaltung, dem Stadtfest in der Kinderstadt, teilnehmen.  Der Eintritt kostete einen Euro und wird an den Tierschutzverein Eilenburg und Umgebung e. V. gespendet. Die Kinder zeigten, was sie in ihrer Stadt alles erschaffen hatten: beispielsweise eine Windmühle, ein Wasserrad, ein Piratenschiff, einen Eisladen, Insektenhäuser und einen Solarofen. Die Band „Brainradio“ sorgte für die passende musikalische Untermalung beim Stadtfest.

Projektleiter Sven Wildberger hofft, dass es auch 2018 eine Neuauflage der Kinderstadt geben wird. „Die Nachfrage ist jedes Mal riesig und die 100 Euro Teilnahmegebühr zahlen die Eltern ohne zu murren“, sagt er. Finanziert wird das Projekt von der Stadt Eilenburg.

 Kontakt: Kinder- und Jugendtreff JuST,  Sven Wildberger/ Andre Steinert

www.kinderstadt-eilenburg.de