Engagiert für Mensch und Umwelt

Rückkehrer Chris Daiser schätzt die grünen Seiten der Lieblingsstadt

Am Bobritzer Damm: Der malerische Ort zählt zu Chris Daisers Lieblingsplätzen in der Eilenburger Muldenaue.
Am Bobritzer Damm: Der malerische Ort zählt zu Chris Daisers Lieblingsplätzen in der Eilenburger Muldenaue.

„Ruhig, idyllisch – einfach wunderschön.“ Wenn Chris Daiser über die Muldenaue spricht, gerät er ins Schwärmen. Der 26-Jährige ist oft in der einzigartigen Flusslandschaft unterwegs, spaziert urwüchsige Pfade entlang und findet dabei Entspannung und Ausgleich zum Alltag. Einer seiner Lieblingsplätze: der Bobritzer Damm. Hier hält er gern inne, genießt das malerische Antlitz und die Abgeschiedenheit der Natur. Die Umwelt liegt dem jungen Mann sehr am Herzen. Auch deshalb hat er eine besondere Sammelaktion ins Leben gerufen.

Die Muldenaue bei Eilenburg weist eine zum Teil einmalige Tierwelt auf und dient vor allem als Naherholungsgebiet für Einwohner und Touristen.
Die Muldenaue bei Eilenburg weist eine zum Teil einmalige Tierwelt auf und dient vor allem als Naherholungsgebiet für Einwohner und Touristen.

Chris Daiser ist ein Rückkehrer. Geboren und aufgewachsen in Eilenburg, verschlug es ihn einst der Liebe wegen nach Nürnberg. In der fränkischen Metropole absolvierte er eine Ausbildung zum Speditionskaufmann. Doch die Liebe hielt nicht ewig. Heimatgefühle gewannen die Oberhand. Und so zog es den naturverbundenen Nordsachsen nach insgesamt rund dreieinhalb Jahren zurück in die Lieblingsstadt.

„Dass ich irgendwann zurückkomme, war von Anfang an klar“, erzählt Chris Daiser mit freundlichem Lächeln. Familie sei für ihn Heimat. Und er sei ein totaler Familienmensch. Eltern, Bruder und die weitere Verwandtschaft – alle leben und wohnen ebenfalls in Eilenburg. Unzählige Erinnerungen aus der Kindheit seien mit der Muldestadt verknüpft, sagt er. Erinnerungen, die ihm ein wohliges Gefühl verleihen. Hinzu kommt, dass es hier an nichts mangele. Eilenburg biete alles, was man im Alltag braucht, so Chris Daiser, der in Leipzig als Sachbearbeiter im Einkauf eines IT-Unternehmens tätig ist.

Schätzt die Nähe zur Natur, durch die sich Eilenburg auszeichnet: Rückkehrer Chris Daiser.
Schätzt die Nähe zur Natur, durch die sich Eilenburg auszeichnet: Rückkehrer Chris Daiser.

Dafür pendelt er täglich mit dem Auto in die Messemetropole. Ein Problem sei das nicht. Die Strecke sei „vollkommen okay“. Und auch nicht übermäßig lang. „Mein Arbeitsplatz ist von manchem Leipziger Stadtteil aus weiter entfernt.“ Chris Daiser ist überzeugt: Eilenburg profitiert von Leipzig, der Speckgürteleffekt wirke spürbar nach. Zum Beispiel seien viele Gebäude renoviert oder gar neu gebaut worden, wie ihm nach seiner Rückkehr aufgefallen ist. Gerade die eine oder andere Schule hätte eine beachtliche Verjüngungskur erhalten. „Das hat mich positiv erstaunt.“

Ende Mai 2019 initiierte Chris Daiser schon zum zweiten Mal einen Frühjahrsputz in der Eilenburger Muldenaue.
Ende Mai 2019 initiierte Chris Daiser schon zum zweiten Mal einen Frühjahrsputz in der Eilenburger Muldenaue.

Überrascht ist Chris Daiser auch über die Verunreinigungen in der Muldenaue, allerdings im negativen Sinne. Mit zunehmendem Alter hat er sich mehr und mehr Gedanken über Natur und Umwelt gemacht. Das gewachsene Bewusstsein für deren Zustand lässt ihn nicht mehr los. Mithin hat er häufig einen Müllsack dabei, wenn er sich auf Schusters Rappen durch den wertvollen Naturraum östlich seiner Heimatstadt begibt. Und sammelt das ein, was andere achtlos weggeworfen haben oder durch das Hochwasser angespült wurde. Mehr noch: Unter dem Motto „Übernimm Verantwortung“ hat der Sachse bereits zum zweiten Mal eine Saubermachaktion in der Muldenaue organisiert.

Großer Erfolg: Bei der Aufräumaktion kam so viel Müll zusammen, dass drei Container randvoll gefüllt wurden.
Großer Erfolg: Bei der Aufräumaktion kam so viel Müll zusammen, dass drei Container randvoll gefüllt wurden.

„Die Resonanz war super“, freut sich Chris Daiser, wohlwissend, dass auch das gute Wetter einen Anteil daran hatte. Zeitweise wirkten über 50 kleine und große freiwillige Helfer an dem Frühjahrsputz Ende März 2019 mit, darunter auch Oberbürgermeister Ralf Scheler. Neben der Stadtverwaltung, die unter anderem blaue Säcke beisteuerte, leisteten die NABU-Fachgruppe „Karl-August-Möbius“ und der Verein Heimatherzen Unterstützung. Die Bilanz nach drei Stunden anstrengendem Aufräumen hatte es in sich. Zig Autoreifen wurden aufgesammelt. Die Helfer holten Stahlseile und Karosserieteile von den Böschungen. Sogar ein 1.000-Liter-Behälter wurde gefunden. Drei Container waren bis oben hin gefüllt.

Doch Chris Daiser lässt sich nicht allein auf Umweltthemen reduzieren. Eilenburg als Ganzes ist ihm lieb und teuer. Er will die Lieblingsstadt noch schöner machen, in jeglicher Hinsicht. Deshalb trat er als Spitzenkandidat der Freien Wähler bei den Kommunalwahlen Ende Mai 2019 an – und verpasste den Einzug in den Stadtrat nur äußerst knapp. Mit dem Ergebnis ist Chris Daiser dennoch „sehr zufrieden“.

Und der Frühjahrsputz in der Muldenaue? Den soll es auch 2020 wieder geben, dann auf der anderen Uferseite.

Aktion saubere Umwelt

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