Wie ein Verein ein Mammutprojekt stemmte

Torhaus wird zum neuen Besuchermagneten am Burgberg

Das Torhaus am Burgberg erstrahlt wieder in seiner ganzen Schönheit.
Das Torhaus am Burgberg erstrahlt wieder in seiner ganzen Schönheit.

Es ist zu einer kleinen Perle der Lieblingsstadt Eilenburg geworden: Das Torhaus auf dem Burgberg. Dem Eifer und der Hartnäckigkeit der Mitglieder des Eilenburger Burgvereines ist es zu verdanken, dass es nun wieder in seiner ganzen Schönheit erstrahlt. Sie haben die aufwändige Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden und aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäudes organisiert. Seit Juni 2019 ist das Torhaus als Burgberg-Informationszentrum für Touristen und Einwohner erster Anlaufpunkt auf dem Burgberg-Gelände.

Die Schäden an dem alten Haus waren teilweise beachtlich.
Die Schäden an dem alten Haus waren teilweise beachtlich.

Die Geschichte der Sanierung des Torhauses ist dabei erneut eine echte Eilenburger Erfolgsstory. „Für uns war es das bisher größte Projekt überhaupt, seit sich der Verein 1994 gründete“, gesteht Hans Poltersdorf, der über zwei Jahre die Bauarbeiten begleitete und als Bauherr fungierte. Dabei war der Plan vor 25 Jahren eigentlich ein ganz anderer: „Ursprünglich hatten sich engagierte Eilenburger zusammengefunden, um nach dem großen Brand des Amtshauses am Burgberg zu retten, was noch zu retten war. Wir mussten aber erkennen, dass für einen Wiederaufbau eines solchen Gebäudes die Mittel eines Vereins nicht ausreichen würden“, erinnert sich der Eilenburger.

Nur dank vieler helfender Hände aus dem Burgverein und durch Fördermittel konnte der Ausbau bewältigt werden.
Nur dank vieler helfender Hände aus dem Burgverein und durch Fördermittel konnte der Ausbau bewältigt werden.

So ergriff Vereinschefin Steffi Schober 2015 die Gelegenheit und kaufte im Namen des Vereins das historische Torhaus mitsamt dem etwa 5.000 Quadratmeter großen Waldstück. Diese Aufgabe schien überschaubarer, barg aber dennoch jede Menge Herausforderungen, wie sich später herausstellte. So fehlten nahezu jegliche Fundamente unter dem Gebäude und der Baugrund erwies sich als sehr instabil. Wegen der starken Hanglage des Grundstücks drohte das Gebäude somit abzurutschen. Auch der Dachstuhl und die Lehmdecken waren in einem sehr schlechten Zustand. Doch der Verein meisterte alle Unwägbarkeiten.

Nun sind im liebevoll gestalteten Innenraum die Eilenburger und ihr Gäste wieder herzlich Willkommen.
Nun sind im liebevoll gestalteten Innenraum die Eilenburger und ihr Gäste wieder herzlich Willkommen.

Insgesamt vier Jahre sollte der Kraftakt dauern. „Unsere Vereinsmitglieder leisteten Arbeitsstunden im Wert von 120.000 Euro. So halfen sie kurz vor der Eröffnung nicht nur bei der Gestaltung der Außenanlagen, sondern rissen zum Beispiel das alte Gebäude in Teilen ab und entrümpelten das Haus.“ 28 Container füllten die Männer im Laufe der Zeit. Hans Poltersdorf schrieb Fördermittelanträge und erreichte mit seinen Mitstreitern unter anderem, dass der Bau zu 90 Prozent von Bund und Freistaat über das Programm der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gefördert wurde. Von den über 500.000 Euro Gesamtkosten brachte der Verein 50.000 Euro Eigenmittel ein, die über Veranstaltungen wie die Walpurgisnacht sowie Vereinsbeiträge emsig zusammengespart wurden. Auf diesem Weg musste die Stadtverwaltung keinen Cent dazugeben. 

Das Torhaus ist nun wieder ein repräsentativer Eingang zum Schlossberg.
Das Torhaus ist nun wieder ein repräsentativer Eingang zum Schlossberg.

Hans Poltersdorf freut sich auch, dass die Firmen aus der Region trotz guter Auftragslage in der Bauwirtschaft immer wieder an dem ambitionierten Vorhaben mitgewirkt haben. „Manchmal war es nicht leicht, Handwerker zu bekommen. Insgesamt wirkten aber 20 Betriebe unter Federführung von Architekt und Burgvereinsmitglied Uwe Giersdorff an dem Projekt mit.“

Trotz der vielen Arbeitsstunden sind sich Hans Poltersdorf, Steffi Schober und die Vereinsmitglieder sicher: „Wir würden es wieder machen. Das Torhaus ist nun wieder ein repräsentativer Eingang zum Schlossberg und dokumentiert ein Stück Eilenburger und sächsische Geschichte. Wir freuen uns, dass es so gut angenommen wird.“ Seit der Eröffnung Ende Juni erfreut sich das Haus wachsender Beliebtheit. Täglich kommen Gäste hierher, vor allem an den Wochenenden, wenn Touristen die Burgbergführungen wahrnehmen und in den Sommermonaten der Sorbenturm geöffnet ist.

 

Öffnungszeiten

März bis Oktober

Dienstag - Sonntag: 14 - 17 Uhr
Sonntag: 10 – 12 Uhr

November bis Februar

Dienstag - Sonntag: 14 - 16 Uhr
Sonntag: 10 – 12 Uhr

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